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Professionsentwicklung in der beruflichen Weiterbildung: Variationen - Konturen - Perspektiven

Die Praxisveranstaltung am 07. Juni 2018 im Würzburger Burkardushaus war für das KOPROF-Team ein voller Erfolg. Nach den Grußworten von der Vizepräsidentin der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Frau Prof.‘in Andrea Szczesny und Frau Dr.‘in Claudia v.l. Prof.‘in Regina Egetenmeyer und Prof.‘in Ingeborg Schüßler bei der EinführungZaviska vom Bundesinstitut für Berufsbildung, hieß Prof.‘in Regina Egetenmeyer (Uni Würzburg) die 44 Teilnehmenden im Namen des KOPROF-Teams Willkommen und führte gemeinsam mit Prof.‘in Ingeborg Schüßler (PH Ludwigsburg) in das Projekt ein.

In der Einführung zum Projekt KOPROF wurden dem Publikum, vor dem Hintergrund der leitenden Fragestellungen und des Erhebungsdesigns, ein Überblick über die theoretischen Grundlagen der referentiellen Professions- und Professionalitätstheorien, verschiedenen Kontexte von Professionalisierung und Ebenen der Professionalitätsentwicklung gegeben, die Auswahlkriterien für die Falleinrichtungen dargelegt und Innovationsperspektiven auf die Professionalitätsentwicklung aufgezeigt. Unter der Leitfrage "Welche Rahmenbedingungen brauchen wir für professionelles Handeln in der beruflichen Weiterbildung?" gab es eine Vorstellung der folgenden vier Workshops, unter denen die Teilnehmenden wählen konnten.

v.l. Prof'in Dr. Ingeborg Schüßler und Reinhard Lechner bei der Vorstellung von Workshop IIm Workshop I von Reinhard Lechner (Uni Würzburg) wurden gesellschaftliche und institutionelle Rahmenbedingungen von Anbietern der beruflichen Weiterbildung thematisiert. Ausgangslage waren aktuelle gesellschaftliche und institutionelle Einflüsse im Feld der beruflichen Weiterbildung, ihr Einfluss auf die Einrichtungen in Form von Wechselwirkungen (Interdependenzen) und daraus resultierende Steuerungslogiken, mit denen Einrichtungen diese Einflüsse bearbeiten. Durch den Austausch von Beispielen, wie Einrichtungen diese Wechselwirkungen professionell bearbeiten, wurde gemeinsam diskutiert und reflektiert, wie Weiterbildungseinrichtungen unter diesen Bedingungen professionell handeln können.

Lisa Breitschwerdt stellt Workshop II vor (links im Bild: R.Egentenmeyer, I.SchüßlerLisa Breitschwerdts (Uni Würzburg) Workshop II befasste sich mit der Rolle der Organisation im Prozess der Professionalitätsentwicklung. Beginnend mit dem Wandel in der Auseinandersetzung mit Organisation und Profession(alität) und dem heutigen Verständnis von Organisation als soziales System, wurde die Relevanz der Organisation für die Professionalitätsentwicklung dargelegt. Anhand ausgewählter Beispiele aus den Falleinrichtungen konnten aktuelle Strategien von Professionalitätsentwicklung in Organisationen aufgezeigt werden. Die anschließende Diskussion der Ergebnisse wurde über Beispiele und Erfahrungen aus den Arbeitskontexten der Workshopteilnehmenden angereichert und reflektiert.

v.l. R. Egetenmeyer, I. Schüßler, Mara Albonesius bei der Vorstellung von Workshop IIITätigkeitsstrukturen in der beruflichen Weiterbildung: Aufgaben- und Rollenpluralität des beruflichen Weiterbildungspersonals war das Thema des Workshop III von Mara Albonesius (PH Ludwigsburg). Der Zugang zum Feld der beruflichen Weiterbildung wurde hier über die beispielgebende Organisation mit Blick auf die darin handelnden Akteure gegeben und darauf hin Funktionen und Tätigkeitsbereiche aus den Ergebnissen dargestellt. Im Spannungsfeld von pädagogischen Berufsrollen zwischen Tätigkeiten, Handlungsanforderungen und Erwartungen diskutierten die Workshopteilnehmenden darüber, wo in diesem Geflecht das Professionelle zu verorten ist und die Rollenprozesse für Professionalisierung genutzt werden können. Die Reflexion beschäftigte sich mit der Frage nach bildungspolitischen Veränderungen oder Rahmenbedingungen, die professionelle Handlungsmöglichkeiten in der beruflichen Weiterbildung begünstigen könnten.

Julia Nährig präsentiert Workshop IV (r. im Bild: I.Schüßler, R. Egentenmeyer)Workshop IV von Julia Nährig (PH Ludwigsburg) hatte die Professionalität von betrieblichen WeiterbildnerInnnen zum Inhalt. Zuerst wurde ein Blick in die "Black-Box" betriebliche Weiterbildung geworfen sowie Spannungsfelder und Handlungsanforderungen identifiziert. Darauf folgten Ergebnisse zum Umgang der betrieblichen WeiterbildnerInnnen mit diesen, deren eigenen Sicht auf Kennzeichen ihrer Professionalität und der Auseinandersetzung mit Rollenkonflikten. Darüber erfolgte ein intensiver Austausch über eigene Erfahrungen der Teilnehmenden zur Thematik und anregende Diskussionen über das Spannungsfeld organisationaler Rahmen und pädagogische Professionalität.

v.l. I. Schüßler, G. Denneborg, A. Klinger, R. Egetenmeyer, M. Schröder, W. WürfelNach der zweiten Workshop-Runde am Nachmittag leiteten Prof.‘in Regina Egetenmeyer und Prof.‘in Ingeborg Schüßler in eine abschließende Podiumsdiskussion über. Zu Fragen aus dem Projekt-Hintergrund diskutierten Ministerialdirigent German Denneborg vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Ansgar Klinger als Vertreter der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Martina Schröder vom Arbeitsbereich Berufs– und Wirtschaftspädagogik der Universität Siegen und Walter Würfel vom Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e.V. Diese wurden durch Impulse aus den Workshop-Diskussionen ergänzt. Die Podiumsdiskussion eröffnete einen erweiterten kritischen Blick auf das Thema Professionalitätsentwicklung in der beruflichen Weiterbildung hinsichtlich verschiedener Perspektiven, neuerer Entwicklungen und zukunftsträchtigen Überlegungen und war so ein gelungener Abschluss eines produktiven und konstruktiven Tages.

KOPROF - KONTUREN DER PROFESSIONSENTWICKLUNG IN DER BERUFLICHEN WEITERBILDUNG 
KOPROF > Praxisveranstaltung

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